Die Geschichte der Kirche in Przewóz

    Für uns, die Einwohner von Przewóz, ist es kaum vorstellbar, wie die Gebiete vor tausend Jahren aussahen. Undurchdringlicher, natürlicher Urwald, jeder, sogar der kleinste Fluss mit Überschwemmungsgebieten und Sümpfen und nur hier und da, wie Inseln, die Siedlungen eines heidnischen Stammes, der vom Chronisten Thietmar als der Stamm Zara bezeichnet wurde. Die Leute lebten unverändert jahrhundertelang, bis die Geschichte sie forderte. Im weiten Gnesen begannen die Piasten mit dem Aufbau ihres Staates und der territorialen Expansion, die bald zur Übernahme der Gebiete des Stammes Zara führte. Das politische Genie der Piasten sagte ihnen, dass sie ein Bindemittel für die Einheit des Staates brauchten und so kam das Christentum in die Gebiete. Gab es vor dem Jahr 1280, als der Fürst Premysl die heutzutage bekannte Kirche stiftete, eine andere Kirche? Mit Sicherheit, ja. Es war sicherlich eine hölzerne Kirche, deren Fundamente vielleicht auf die Schaufel der Archäologen warten.
    Die Kirche in der heutigen Form ist das Resultat der Arbeit von Generationen, die sie bildeten. Die Kirche wurde aus Feldstein und kalkmörtelgebundenem Ziegel gebaut. Sie hat einen dreischiffigen Baukörper, der mit einem fünfeckigen Presbyterium umgeben ist, mit einem massiven nördlich von der Kirche stehenden Turm, auf dem Plan des Vierecks errichtet. Die Kirche wurde im gotischen Stil gebaut, jedoch wegen des Materials, das zum Aufbau der Kirche gebraucht wurde, ist  sie nicht leicht. Ganz im Gegenteil, die Kirche ist massiv und gedrungen. Im Inneren der Kirche befindet sich eine geräumige Sakristei, die mit dem spitzbogenförmigen Gewölbe gedeckt wurde. Der Kircheneingang befindet sich westlich von der Sakristei und führt in die Vorhalle, die im Innenraum mit seiner spitzbogenförmigen Öffnung aufgemacht ist. Der Kircheneingang wird leider teilweise durch den Chor verdeckt, wo sich die kirchliche Orgel befindet. Das Instrument ist klein, es hat aber eine schöne Klangfarbe. Die Kirche hat noch eine andere neben dem Kirchenturm gelegene Vorhalle. Die bedeutsame Größe der Kirche deutet auf den städtischen Charakter von Przewóz hin, seine wirtschaftliche und politische Bedeutung. Es reicht zu sagen, dass es seit der Hälfte des 15. Jahrhunderts das Priebuser Herzogtum gab, dessen Herrscher der Saganer Herzog Hans II. wurde. In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges wurde die Kirche im Jahr 1631 verbrannt und 48 Jahre lang blieb sie eine Ruine. Der Brand war nicht der einzige, der die Kirche zerstörte. Ähnliche Niederlagen passierten früher und später in den Jahren: 1597, 1612, 1719. Bis heute sieht man auf Mauersteinen im Inneren des Turmes die Spuren von Ruß und Feuer. Jahre vergingen, die Einrichtung und die Ausstattung der Kirche veränderten sich auch. Der Hauptaltar, die Kanzel und das Taufbecken stammen aus dem Barock. Die Glasfenster im Presbyterium stammen vom Anfang des 20. Jahrhunderts, andere Fenster vom Anfang des 21. Jhs.
    Die Kirche in Przewóz war Zeuge vieler dramatischer Ereignisse Sie sah den Durchzug der Truppen in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges und während der Napoleonischen Kriege. Jedoch das, was im Folge des Zweiten Weltkrieges passierte, war ein beispielloses Ereignis. Alle damaligen Pfarrmitglieder wurden nach Entscheidung der Kriegssieger in das Landesinnere Deutschlands umgesiedelt. An ihre Stelle kamen die umgesiedelten Polen aus ihrer Heimat im Osten. In der neuen Realität zerstreut fanden sie Unterstützung in diesen alten Mauern. Sie reparierten die Kriegszerstörungen. Ihre Geistesführer waren die Missionare der Kongregation von St. Vincent de Paul  -  Priester: A. Zonn,  L. Senska,  F. Surówka,  K. Porossa,  S. Basiuk, W. Niezabitowski und M. Kot, der die Instandsetzung der Kirche durchführte. Heutzutage ist Priester Jerzy Kot der Pfarrer der Gemeinde. (der Bruder vom Priester M. Kot)
    Die Kirche der Unbefleckten Empfängnis der Heiligen Jungfrau Maria in Przewóz ist voller Leben, ihre Mauern sind mit Gebet der nächsten Generationen der Bekenner Jesu und Seiner Mutter gefüllt. Ständig klingen in der Kirche die Worte: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen, die guten Willens sind“.